Dezember 14

Mumbai | Indien entdecken

Indien, Mumbai, travel

Hallo und danke das ich deine Aufmerksamkeit wieder habe. Für mich ging es von Dubai über Muscat nach Mumbai (Indien). In Muscat hatte ich nur einen kurzen Aufenthalt von 5 Stunden in der Nacht und bin deshalb nur am Flughafen geblieben. Wer aber Dubai kennt, weiß dass es dort schon sehr sauber ist, aber was der Flughafen von Muscat mir da präsentierte war noch eine Nummer besser. Hier hätte ich vom Boden essen können, alles so edel und teilweise Designer Möbel.
Aber Muscat war nicht mein Ziel, sondern Mumbai, und der Kontrast hätte nicht größer sein können. Ich steige aus dem Flieger aus und man hat schon diesen komischen Geruch in der Nase. Ich weiß nicht so recht wie ich es beschreiben soll, aber es war sehr unangenehm. Aber gut, das Mumbai eben nicht wie Dubai oder Muscat ist wusste ich ja vorher und habe mich genau aus diesem Grund für diesen Ort entschieden.
Ein komisches Gefühl und fragende Gedanken kamen mir schon auf, „ist es das Richtige für mich“ Aber wer mich kennt weiß, wenn ich etwas anfange mache ich es auch zu Ende.
Also ging es erst einmal raus aus dem Terminal, um zu schauen welchen Bus ich nehmen muss. Gar nicht so einfach hier, die vielen Menschen laufen wild herum, fast wie in einem Ameisen Nest, aber es scheint kein Chaos zu sein. Also wie auch in Dubai schon, einen Einheimischen gefragt ob er mir helfen kann und nach dem Bus gefragt. Er schaute mich freundlich und lächelnd an, und meinte nur, „no Bus, only Taxi, i help you“ Ich gab ihm die Adresse vom Hotel und er nutze Uber um nach einem Taxi zu fragen. Ich war verwundert, da er mir gleich den Preis mit durchgab und daraufhin wies, ich solle nicht mehr bezahlen. Ok sagte ich und fragte nach dem Taxistand, aber meinte nur, „no no, i bring you there“ schon wieder diese freundliche Hilfe in einem Fremden Land.
Am Taxistand angekommen wusste ich sofort warum er mich begleitet hatte, „ich hätte mein Taxi alleine nicht gefunden“ da fuhren über 100 Fahrzeuge wild umher, wieder wie in einem Ameisen Nest 😊 Er brachte mich zu meinem Taxi und gab mir seine Whats App Nummer mit dem Vermerk „When you have a Problem, please cal me“ Ich war wieder verwundert und fragte ihn was ich ihm für seine Hilfe geben kann. Darauf erwiderte er nur, er möchte nichts, ich sollte ihn dafür nur in guter Erinnerung behalten. WOW das war so rührend, ich wüsste gar nicht was ich sagen sollte. Aber lese weiter, es wird noch besser.
Auf dem Weg zum Hotel bekam ich etwas Angst, dass Bild was sich mir draußen bot war erschreckend und mit so etwas habe ich nicht gerechnet. Sollte mein Hotel etwa in den Slums liegen? Ich ging erst einmal zur Rezeption und erkundigte mich. Die Mitarbeiter dort waren sehr freundlich und hatten für meine Bedenken auch Verständnis, sie stellten mir es frei ein neues Hotel zu suchen und gaben mir den Zugang zu ihrem Internet. Da war er, dieser Moment wo du denkst „hat er am Flughafen gewusst wo mein Hotel liegt und mir genau deshalb seine Nummer geben? Ich habe einen kurzen Moment gezögert und ihm dann aber geschrieben, die Antwort war erstaunlich, so etwas erwartest du höchstens von deinem besten Freund (wo du maximal 1-2 von hast) „wait there,i come to you“ war seine Antwort.
20 Minuten später war er schon am Hotel, und nein er hat kein Auto, er fuhr wie ich mit dem Taxi, und auch wenn es sehr günstig in Mumbai ist, die Menschen dort haben sehr wenig und sind aber dennoch alle sehr freundlich, später noch mehr dazu. Wir suchen also zusammen ein neues Hotel, was in einer sicheren Gegend liegt und dennoch nah an den Menschen dran ist. Kurze Zeit später fuhr ich mit einem Taxi was er mir besorgte zum neuen Hotel, klar wieder zu einem festen Preis, den er ausgemacht hat. Er selber fuhr mit seinem Taxi wieder nach Hause. Und wenn du dich jetzt fragst ob ich sein Taxi bezahlt habe, nein er wollte es nicht. Ich solle mich bitte melden wenn ich am Hotel bin und sagen ob alles gut ist.
Am 2. Hotel angekommen passte es dann, klar darf man in Mumbai kein Standard wie bei uns erwarten, dass habe ich auch nicht, aber das Personal war wieder sehr freundlich und es war für Mumbai Verhältnisse sehr sauber im Hotel. Ich bedankte mich per Whats App noch einmal bei ihm und er bat mich wieder „when you have a problem, send me a message“
Für mich war es Zeit meine Erfahrungen hier zu machen, ich wollte wissen wie die anderen Menschen hier sind und die Stadt sehen, was liegt da näher, als ihn zu fragen ob er am nächsten Tag gerne mein Tourguide sein möchte und mir Mumbai mit seinen Augen zeigt, klar gegen Bezahlung. Er freute sich und stimmte zu, aber nur zu einem Teil meiner Frage, denn eine Bezahlung wollte er wieder nicht und mir war es schon etwas unangenehm. Bevor ich jedoch groß überlegen konnte kam eine weitere Nachricht von ihm „i come tomorrow at 12 a clock to your hotel“ Ich stimmte zu und dachte mir, ich werde schon eine Möglichkeit finden ihm etwas dafür zu geben.
Am Abend bin ich dann noch kurz etwas essen gegangen, Reis mit Hühnchen und es war sehr lecker. Aber viel zu viel für eine Person und das für gerade einmal 320 INR (ca 4 Euro) Da ist es doch erschreckend, dass vor dem Restaurant Familien sitzen und betteln müssen. Jedenfalls haben die Touristen, die fast alle ihr Essen nicht aufessen konnten, die Reste einpacken lassen und den Menschen auf der Straße gegeben. Es macht einen traurig so etwas zu sehen, ab jetzt war für mich hier klar, alles was du an Essen und Trinken hier kaufst, hole ich jetzt doppelt, um es einmal den Menschen zu schenken. Also eine Flasche Wasser für mich und eine für die Kinder auf der Straße. Jetzt wurde es aber auch Zeit ins Hotel zurück zu kehren.
Mein nächster Tag in Mumbai konnte also starten, mit einem einheimischen Tourguide, wo ich mir sicher sein konnte, er wird mir genau, dass zeigen was wichtig ist.
Wir fuhren vom Hotel mit dem Taxi Richtung Innenstadt los, erster Stopp „Dhobigat“ hier waschen die Einheimischen Menschen, die Sachen von Hotels und anderen Leuten. Eigentlich nichts ungewöhliches, aber so etwas hast du noch nicht gesehen. Alles von Hand und auf einer riesigen Fläche unter freiem Himmel. Ein paar Bilder habe ich für dich, aber man muss es selber gesehen haben, um das Treiben zu erkennen.
Von hier aus ging es zu Fuß in 5 Minuten zum umliegenden Bahnhof, schnell 2 Fahrkarten gekauft für 10 INR. Überlege nicht wie viel es ist, es sind gerade einmal 12 Cent, also 6 Cent pro Person. Daran erkennst du wie arm diesen Menschen sein müssen, denn über die Hälfte der Einheimischen fahren schwarz weil es für sie zu teuer ist. Selbst die Fahrt mit dem Zug war ein Erlebnis, denn so fährst du in Deutschland nicht, offene Türen, große Wagen und den warmen Wind im Gesicht, einfach klasse. Mir stellte sich die Fragen, wenn die Menschen so wenig haben, warum sind dann alle so freundlich, man bekommt immer ein Lächeln von ihnen. Hat „glücklich sein“ wirklich nichts mit Geld zu tun?
Meine Eindrücke auf jeden Fall sind sehr emotional, da sitzen Familien auf einer großen Decke am Straßenrand und leben dort, als wäre es ihre Wohnung. Du siehst aber keine traurigen Menschen dort und alle haben etwas zu tun. Der Eindruck erscheint, was der Eine wegschmeißt, verwendet ein anderer und ist glücklich damit. Der Verkehr auf der Straße wirkt für mich wie ein unorganisiertes Treiben, da fahren auf einer Straße wo 2 Spuren in eine Richtung gehen die Autos in drei Spuren, jeder hupt und alle fahren Stoßstange an Stoßstange. Dazwischen laufen Menschen, ja sogar Tiere rum, und was passiert, nichts, ich habe in den 3 Tagen nicht einem Unfall gesehen.
Wenn du in Mumbai so viel mit dem Taxi unterwegs bist wie ich, hast du Zeit das alles ein wenig zu beobachten, die Leute sind kein bisschen aggressiv dabei, sie nehmen Rücksicht auf alle anderen und durch ihr hupen zeigen sie dem Auto vor oder neben einem, hey ich bin hier, bitte etwas vorsichtig. Ich bin mir sicher, keinen km würde ich dort fahren können, ohne ein Unfall zu haben, entweder würde ich gar nicht vorwärts kommen oder es würde krachen. Es sei gesagt in Europa bin ich Unfallfrei 😊
Es scheint dort nur eine Regel zu geben "achte auf die anderen". Da fahren in einem kleinen Suzuki 7 Sitzer mal eben 15 Personen mit dem Taxifahrer, unvorstellbar in Europa. Gefühlt bin ich am ersten Tag 500 km mit dem Taxi gefahren, am Abend habe ich keine 15 Euro für die Fahrten bezahlt. Die Menschen hier helfen sich selber, als wenn keine Regierung oder Gesetze gibt, die einen unterstützen oder etwas regeln, und dennoch hatten alle Taxifahrer eine Lizenz und auch eine Taxi Uhr im Auto laufen, und haben auch danach abgerechnet.
Da fällt mir noch etwas erstaunliches ein, als wir einmal auf ein Taxi warteten, kamen einheimische Mensch, die an uns vorbei gingen, auf mich zu und fragten ob sie ein Selfi mit mir machen dürfen. Ich stimmte dem zu, weil es ja kein Problem für mich ist. Plötzlich würden es aber immer mehr Leute, die kamen, um mit mir ein Bild zu machen, bis mich schließlich mein Guide davon befreite. Für Inder ist es wohl etwas Gutes, ein Bild mit weißen Menschen zu haben, die Menschen in Indien leben noch in einem Kastensystem.
Mein Tourguide hat mich auf jeden Fall beeindruckt, mit welcher Begeisterung er mir seine Stadt gezeigt hat, und alles mit seiner Bescheidenheit, die man kaum noch kennt. Bei einem Stopp zum Wasser holen versuchte ich ihm wieder etwas an zu bieten, wie ist es mit Zigarette, rauchst du? Er freute sich und sagte ja, dann bestellte er freudig eine Zigarette und bekam diese auch. Ich sagte gleich, nein nimm bitte die Schachtel. Ohne den Verkäufer in dem Laden hätte er die nie genommen, ich bezahlte die Schachtel schnell und er nahm sie also etwas zurückhalten an sich. Ach so, der Preis wäre noch zu sagen, umgerechnet ca, 1,50 Euro.
Für mich ging der Tag viel zu schnell um, diese ganzen Eindrücke von den Menschen, denen es anscheinend schlecht geht und dennoch sich nicht beklagen und zu helfen wissen. Menschen, die mit ihrer Familie auf der Straße leben oder in Gebäuden, die nie fertig gebaut wurden. Jetzt muss man noch dazu sagen, dass mein Tourguide zu den wenigen Menschen in Mumbai gehört, die einen Job haben, er ist Seefahrer und kann so seine Familie ernähren und hat auch eine Unterkunft.
Zum Abschluss wollte er mir nun noch seinen Lieblingsplatz zeigen und ich stimmte mit der Bedingung zu, dass wir danach zusammen noch etwas essen gehen und ich ihn einladen darf. Er stimmte zu und somit ging es zu einem großen Platz mit vielen Menschen, die alle vor einem Gebäude Fotos von sich machten. Klar was wir dort dann auch machten.
So ich finde das ist für 2 Tage doch schon eine Menge. Am letzten Tag ging es dann noch einmal nur um meinen Travel Guide. Sein Business muss ganz klar auf Airbnb und damit konnte ich ihm dann doch noch etwas zurück geben. Also trafen wir uns in einem Cafe mit Internet und erstellten sein Profil bei Airbnb. Klar sollst auch du die Möglichkeit haben bei deinem Besuch in Mumbai mein Tourguide buchen zu können. Ich werde jeden falls mit ihm in Kontakt bleiben und mich erkundigen wie sein Business läuft. Spaß an dieser Arbeit hat er auf jeden Fall.

So für mich geht es weiter nach Singapurer und ich bin gespannt was mich dort erwartet. Vielleicht schaust du ja auch in meinem Blog Beitrag über Singapurer wieder rein, es würde mich freuen. Wenn du Anregungen für mich hast oder selber Erfahrungen in Mumbai gemacht hast, schreibe diese gerne in die Kommentare, ich freue mich von dir zu lesen.


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Gast Beitrag von Christina

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